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Posted in Patriarch, Speeches and Interviews FT

[FR] Rede des Patriarchen Fuad in der Konkathedrale

Heiliger Vater,

es ist mir eine tiefe Freude und ein großes Privileg Sie heute im Namen der Versammlung der katholischen Ordinarien des Heiligen Landes in dieser Konkathedrale des lateinischen Patriarchats von Jerusalem willkommen heißen zu dürfen.

Es ist gleichfalls eine Freude, Ihnen die hier versammelten Gläubigen vorzustellen, die Sie froh empfangen, und Ihnen dadurch ein Zeugnis der Liebe und der Treue geben wollen. Wir versichern Sie unseres Gebetes und erbitten Ihren Segen.

Die hier anwesenden Priester, Seminaristen, Ordensfrauen- und männer beten und dienen seit vielen Jahren – ja manchmal ihr Leben lang – im Heiligen Land. Manche unter ihnen stammen aus diesem Land, andere aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens und wieder andere schließlich aus aller Herren Länder, von Lateinamerika über Japan, aus Europa, Afrika, Asien und Australien. Diese Einheit in der Vielfalt illustriert auf lebendige Weise, wie sehr das Heilige Land und vor allem Jerusalem uns alle sammeln und im Herzen der Kirche sind.
Diese Boten aus der ganzen Welt sind ein Reichtum für unsere Ortskirche, und wir sind ihnen unendlich dankbar für die unschätzbare Arbeit, die sie in der Erziehung und im Dienst an den Armen, Kranken und Behinderten leisten. Die Kirche Jerusalems ist sich wohl bewußt, daß sie ohne diese Internationalität nicht in der Lage wäre, ihre Sendung im Schoße der Weltkirche und in dieser Region zu erfüllen.

Der Dienst von Gebet und Fürbitte ist nicht minder wertvoll. Unter den zahlreichen Ordenskongregationen in unserer Diözese, die in der Vereinigung der Ordensleute des Heiligen Landes zusammengefasst sind, haben ein gutes Dutzend eine rein kontemplative Berufung. Diese geliebten Brüder und Schwestern sind die „unsichtbaren Wachposten”, die in der Verborgenheit des Gebetes und eines oblativen Lebens unsere Kirche und das ganze Heilige Land tragen. Was wären wir ohne sie?

Heiliger Vater, auch die hier anwesenden gläubigen Laien sind ein wertvoller Schatz der Kirche Jerusalems. Sie alle widmen sich auf bewundernswerte Weise dem Leben unserer christlichen Familie im Heiligen Land, in den Pfarren, in der Erziehung und der Katechese, in den Jugendbewegungen, in den neuen Gemeinschaften und kirchlichen Bewegungen…Unter den Jüngern Jesu sind einige direkte Nachfahren der Brüder und Schwestern der ersten Kirche Jerusalems. Sie leben seid Jahrhunderten an den Orten, an denen die Heilsereignisse stattfanden, sie sind Zeugen des Todes und der Auferstehung des Herrn und leben heute, wie Sie wissen, unter sehr schwierigen Bedingungen. Sie sind sich bewußt – und wir alle sind uns bewußt – daß wir in diesem Heiligen Land nicht lieben, leben und arbeiten können, nicht diese mutigen Mitarbeiter an der Wahrheit sein können, ohne den Weg des Kreuzes zu wählen. Umso mehr freuen sie sich, Heiliger Vater, über Ihren Besuch, der sie ermutigt und in ihrer Berufung bestätigt.

Heiliger Vater, Ihre Gegenwart, Ihr Gebet und Ihr Segen sind für uns eine mächtige Ermutigung und Quelle großen Vertrauens. Danke für Ihren Besuch, der uns tröstet und stärkt. Für Sie stimmen wir in den alten biblischen Ausruf der Jünger Christi bei seinem Einzug nach Jerusalem an: „Gepriesen sei der kommt im Namen des Herrn!”

+ Fuad Twal, Patriarch

Konkathedrale, Jerusalem, 12. Mai 2009